10. November 2015

Prinzipien

Arbeitsprinzipien der Mobile- Aufsuchenden Jugendarbeit

Um AdressatInnengruppen und Ziele zu erreichen, gelten im Arbeitsfeld Aufsuchende Jugendarbeit / Mobile Jugendarbeit folgende Arbeitsprinzipien:

NIEDRIGSCHWELLIGKEIT

Damit AdressatInnen die Angebote von Mobiler Jugendarbeit ohne Vorbedingungen und Vorleistungen in Anspruch nehmen können, sorgen Fachkräfte dafür, dass Zugangsmöglichkeiten, Angebotszeiten, Orte und Methoden den Bedürfnissen und Möglichkeiten der AdressatInnen entsprechen.

FREIWILLIGKEIT

Die Kontaktaufnahme und Mitarbeit durch die AdressatInnen erfolgt grundsätzlich auf freiwilliger Basis. Mobile Jugendarbeit unterbreitet wiederkehrende Kontakt- und Beziehungsangebote.

AKZEPTANZ

Die Fachkräfte orientieren sich an der Lebenswelt der AdressatInnen und gehen offen und respektvoll mit ihnen um. Dabei nehmen sie eine akzeptierende Haltung gegenüber der individuellen Lebensgestaltung der AdressatInnen ein, bei gleichzeitiger kritischer Betrachtungsweise der gewählten Lebensstrategie.

VERTRAULICHKEIT/TRANSPARENZ

In der praktischen Arbeit wird auf Wunsch die Anonymität der AdressatInnen gewahrt und Informationen werden vertraulich behandelt. Dabei machen die Fachkräfte gesetzliche Grundlagen bzgl. Datenschutz und Schweigepflicht transparent. Sie treten ihren AdressatInnen gegenüber authentisch auf.

KONTINUITÄT

Auf der Beziehungsebene bietet Mobile Jugendarbeit den AdressatInnen verlässliche und professionelle Beziehungs- und Kontaktangebote an. Mobile Jugendarbeit bietet personelle Kontinuität, um stabile Beziehungsarbeit zu gewährleisten und räumliche Kontinuität im Sinne von Szenepräsenz. Die AdressatInnen bestimmen dabei den Zeitpunkt des Beziehungsaufbaus und die Intensität der Beziehung.

LEBENSWELTORIENTIERUNG

Mobile Jugendarbeit geht flexibel auf die spezifischen Lebenslagen ihrer AdressatInnen ein. Dabei hat sie insbesondere Bedarfe aufgrund von Geschlecht, Migrationshintergrund, sozialer Lage, sexueller Orientierung und Behinderung im Blick.

PARTIZIPATION

Fachkräfte motivieren und unterstützen ihre AdressatInnen in Bezug auf politische und gesellschaftliche Teilhabe. Sie beteiligen die Adressaten an der Planung, Ausgestaltung und Durchführung von Angeboten im Rahmen ihrer eigenen Arbeit. Mobile Jugendarbeit arbeitet mit KlientInnen und nicht für sie.

FLEXIBILITÄT

Mobile Jugendarbeit formuliert gemeinsam mit den AdressatInnen realistische Ziele, entwickelt Problemlösungen und Zukunftsperspektiven. Dabei stellt sie sich flexibel auf kurzfristige Veränderungen und neue Bedarfslagen ein und bleibt ergebnisoffen.

Zeitliche Flexibilität:

Fachkräfte räumen den Bedürfnissen ihrer KlientInnen die Zeit ein, die sie je nach Situation in ihrer Individualität benötigen.

Methodische Flexibilität:

Die Methoden, mit denen Mobile Jugendarbeit arbeitet, richten sich einerseits danach, was fachlich geboten ist und andererseits nach den Ressourcen, Kompetenzen und Wünschen der AdressatInnen. Dabei verfügen die Fachkräfte über ein breit gefächertes Methodenwissen und sind in der Lage, flexibel auf neue Bedarfslagen zu reagieren.

REFLEKTIERTE PARTEILICHKEIT

Mobile Jugendarbeit arbeitet grundsätzlich anwaltschaftlich für die AdressatInnen und schafft ihnen eine Lobby. Konkrete praktische Arbeitsaufträge werden vornehmlich durch die AdressatInnen erteilt. Grundsätzlich nehmen die Fachkräfte eine Haltung der Loyalität gegenüber ihren AdressatInnen ein. Mobile Jugendarbeit hat immer auch eine Vermittlerfunktion.

Quelle : LAG Streetwork – www.streetwork-nrw.de

Weitere Informationen findet ihr in den „Fachliche Leitlinien für Streetwork/Mobile Jugendarbeit“ [PDF – 1,5 MB], bereitgestellt von der Landesarbeitsgemeinschaft Streetwork / Mobile Jugendarbeit NRW e.V.